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In
Oberigling begann der Radfahrerverein im Jahr 1922 seine
Theateraufführungen im Gasthaus Schmelcher mit dem Stück
"Das blutige Edelweiß". Es folgten weitere Stücke in
den Jahren 1923 und 1925. Erst nach dem 2. Weltkrieg nahmen die
Radler die Tradition des Theaterspielens wieder auf und spielten
am 1. Januar 1951 das Stück "Das Trauringerl". Es
folgten nun viele weitere Theaterstücke, wobei einem lustigen
Einakter immer ein eher trauriges Volksstück vorausging. Die Stücke
erforderten jeweils eine große Anzahl an Mitspielern (12 bis 26
Spieler), so dass die Zusammenstellung des Ensembles zumeist nur
mit großem Aufwand erreicht werden konnte. 1956 wurde mit dem
Volksstück "Das Alpenglühen", das über 1.000
Zuschauer in 8 Aufführungen besuchten, der größte Erfolg
erzielt. Bis ins Jahr 1968 konnte der Radfahrerverein an der
langen Tradition des Theaterspielens festhalten. Danach löste
sich die Laienspielgruppe leider auf.
In
Unterigling gibt es für das Jahr 1912 erste Aufzeichnungen über
ein Stück mit dem Titel "Einquartierung im
Feindesland". Nach einer Pause während des ersten
Weltkrieges ergriff der katholische Burschenverein die Initiative
und begann jährlich an Weihnachten Theaterstücke aufzuführen.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der
Burschenverein aufgelöst und stellte damit auch das
Theaterspielen ein. Herr Lehrer Högenauer schloss diese Lücke
mit seinen Schulkindern mit einem Krippenspiel und dem Märchenspiel
"Die Prinzessin auf der Erbse". Erst im Jahr 1946 wurde
durch die Besatzungsmächte wieder die Erlaubnis zum
Theaterspielen erteilt. Da von den Besatzungsmächten jedoch
lediglich ein Sportverein genehmigt war, spielte nun dieser
Sportverein (der später wieder aufgelöst wurde) das Stück
"Der verbotene Weg". Später wurde wieder ein
Burschenverein gegründet, dem auch die Übernahme des
Theaterspielbetriebes zugesprochen wurde. In den folgenden Jahren
wurden nun jährlich Theaterstücke aufgeführt - darunter auch
Klassiker wie "Der bayerische Hiasl" und "Die drei
Eisbären". Anfang der 60er Jahre wurde das Theaterspiel
wieder eingestellt und man glaubte schon, dass die Tradition des
Theaterspielens zu Ende sei.
Die Geschichte des heutigen Theaterverein Igling e.V.
Den
Grundstock des heutigen Theatervereins bildet eine Jugendgruppe,
die 1967 in Anlehnung an die „Katholische Landjugend“ einen
Burschenverein zu gründen. Nicht so recht nachvollziehbar kam
diese allerdings über den damaligen Pfarrer Förg leider nicht
zustande. Wahrscheinlich führte die Einmischung des späteren
Pfarrers Sebastian Klaus dazu, dass eine Verbindung zur
„Christlichen Arbeitnehmerjugend - CAJ“ zustande kam. Eine
Gruppe Jugendlicher, die sich hauptsächlich aus der damaligen
Jugendgruppe rekrutierte, begann nun in diesem Jahr mit dem
Theater spielen. Sebastian Klaus unterstützte dabei die Aktivität
dieser Jugendlichen.
Das
Theaterspiel (1967 – 2007)
Seit
1967 wurden mittlerweile 42 Stücke von insgesamt 6 Regisseuren
(Sebastian Klaus, Heini Spreigl, Eugen Sirch, Daniela Arden sowie
Gerhard Wilbiller und Andrea Wetzl) inszeniert. Über 75
Schauspieler haben dabei ihr Können auf der Bühne den über
36.000 Zuschauern unter Beweis gestellt. In den ersten Jahren
wurden Einakter und Sketche aufgeführt; der erste Drei-Akter
„Die zwoa Neidhammel“ wurde 1970 aufgeführt. Als einziges Stück
mit traurigem Ende wurde 1989 „Am Wegweiser zum 7. Himmel“
gespielt. Weitere Highlights waren „Der verbotene Weg (1975)“,
„Die pfiffige Urschl (1984)“, „Der bayerische Protectulus
(1993)“; „Die Wahl-Lump’n (1998)“, „Theater, Theater
(2000)“ – um nur ein paar Beispiele hier zu nennen.
Die
Spieler mit den meisten Aufführungen -bis 2007- sind Sybille
Kugelmann, Hannes Schneider und der im Jahr 2001 verstorbene Josef
Riedler.
Seit
1997 wird das Theaterspiel durch eine eigene Bühnenbaugruppe
unterstützt. Abgerundet wird das Theaterspiel darüber hinaus
durch viele weitere freiwillige Helferinnen und Helfer wie z.B.
einen eigenen Kartenvorverkauf, Maske, Ton- und Bildtechnik, usw.
Die
Theaterstücke werden seit 1972 an Ostern im Pfarrhof Unterigling
aufgeführt.
Neben
den österlichen Stücken führt der Theaterverein seit ca. 15
Jahren jährlich am 1. Advent einen Einakter am Seniorennachmittag
auf. Daneben spielte der Theaterverein im November 2007 anlässlich
seines 40-jährigen Jubiläums, zusätzlich zur Oster-Vorstellung,
den Einakter „Erster Klasse“ von Ludwig Thoma.
Sonstige
Aktivitäten:
Die
CAJ-Gruppe spielte nicht nur Theater, sondern überlegte sich auch
andere Aktionen und Veranstaltungen. Z.B. wurde der damalige
Veteranenball (Faschingsball) einige Male mit Musikkapelle und
Sketchen organisiert. 3. Welt - Aktionen und Gottesdienste mit
modernen Liedern mit Schlagzeug und Gitarre standen damals
ebenfalls auf dem Programm. Auch der Iglinger Faschingsumzug,
heute organisiert vom Faschingsverein, ist auf die Aktivitäten
dieser Jugendgruppe zurückzuführen. Auch damals waren schon bis
zu 4 Musikkapellen beteiligt. Angenommen hat sich die
„Jugendgruppe“ auch dem Maibaum in Unterigling als das
Aufstellen an alter Stelle u.a. aus Sicherheitsgründen nicht mehr
möglich war. Mit der „Umpflanzung“ des Maibaums an eine
andere Stelle war verbunden, dass ein entsprechendes Fundament
erstellt musste. Hier hat die Gruppe -mit beratender Hilfe von
Johann Dodl (Zimmerermeister)- das Problem gemeistert. Seither
wird der Maibaum -seit dem Jahr 1993 mit Unterstützung der
Iglinger Löwen- vom Theaterverein aufgestellt.
Seit
1990 wird jährlich ein Vereinsausflug in verschiedene Städte
durchgeführt.
Neben
Theaterbesuchen bei den befreundeten Vereinen der Nachbargemeinden
(z.B. Hurlach, Großkitzighofen, Schwifting, Türkheim,
Holzhausen, usw.) organisiert der Theaterverein seit dem Jahr 2000
auch Fahrten zu professionellen Theatern (Stadttheater Augsburg,
Parktheater Göggingen, Deutsches Theater München) und Freilichtbühnen
(Klosterhof Füssen, Altusried, Elbigenalb) sowie einmal zum
Zirkus Krone in München.
Weiterhin
beteiligt sich der Theaterverein an sonstigen Aktivitäten im
Dorfleben wie dem alle zwei Jahre stattfindenden Faschingsumzug,
dem Hartmut-Mühlbauer-Gedächtnisturnier des SV Igling (hier
zusammen mit den Iglinger Löwen) sowie der Bildersuchfahrt des
Radfahrervereins.
Offizielles
(seit Eintragung des Vereins im Vereinsregister):
1986
wurde eine Vereinssatzung erstellt und der Verein in das
Vereinsregister (e.V) eingetragen.
Seither
haben 4 Vorstände den Verein angeführt (Arnold Schwarz 1986 –
1992, Josef Riedler 1993 – 1995, Jürgen Schmitz 1996 – 2005,
Peter Loßkarn seit 2006). 2. Vorstand waren Albert Schorer (1986
– 1989), Otto Brugmoser (1990 – 1991), Josef Riedler (1992)
und Andrea Wetzl (seit 1994). Vereinskassierer ist seit 1986 Franz
Hutter. Schriftführer war bis 1990 Josef Riedler, bis 2008 Andrea
Rid und seither Susanne Mayer. In die Vorstandschaft sind darüber
hinaus per heute 5 Beisitzer aktiv. (Sybille Kugelmann, Jürgen
Schmitz, Hannes Schneider, Eugen Sirch, Gerhard Wilbiller).
Unser besonderes Andenken gehört unserem 6. Beisitzer Franz
Schäffler, welcher im letzten Jahr bei einem tragischen
Motorradunfall tödlich verunglückt ist.
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